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Der entfesselte Leistungssport: Doping als Konstellationsphänomen
"Doping und Enhancement. Grundfragen der Ethik"
Das Bestreben, die menschliche Leistungsfähigkeit zu steigern und Stimmungen positiv zu beeinflussen, gehört zu den Grundzügen des Menschseins. Die Debatte darüber, welche Maßnahmen und Ein-griffe zulässig sind, gewinnt mit den neuen Einsichten in die Grund-lagen unserer kognitiven und emotionalen Fähigkeiten an Brisanz. Die Verfügbarkeit von psycho- und neuroaktiven Substanzen und Techniken wirft ethische Fragen auf, die den Diskussionen um Doping im Sport vergleichbar sind: Wie kann Chancengleichheit gewährleistet werden? Wer legt Verbote und Zulässigkeiten fest, wie können sie begründet werden? Welche gesellschaftlichen Bedingungen fördern, welche verhindern Manipulationen? Zudem wird mit der gezielten Beeinflussung geistiger Fähigkeiten unser Verständnis davon, was es heißt, ein Mensch zu sein, auf ganz neue Weise in Frage gestellt.
Im zweiten Vortrag der Reihe spricht Prof. Dr. Karl-Heinrich Bette, Professor für Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt, zum Thema: "Der entfesselte Leistungssport: Doping als Konstellationsphänomen".
Der Vortrag findet im Hörsaal N1 in der Muschel, Johann-Joachim-Becher-Weg 23, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.
Weitere Termine der Reihe:
Montag, 3. Mai 2010:
Doping, Enhancement, Therapie: Wie lassen sich verschiedene Formen der Leistungssteigerung unterscheiden?
Prof. Dr. Christoph Asmuth, Institut für Philosophie, Leiter des BMBF-Projekts "Translating Doping - Doping übersetzen", Technische Universität Berlin
Montag, 10. Mai 2010:
"Neuroenhancement" - Optimierung des menschlichen Geistes? Rechtsethische Grundlagen und Grenzen
Prof. Dr. Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Hamburg
Montag, 17. Mai 2010:
Optimierung oder Normalisierung? Enhancement zwischen Selbsterfüllung und Pflicht
Dr. Lara Huber, Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universitätsmedizin Mainz
Montag, 31. Mai 2010:
Kognitives Enhancement: Leistungsdruck, Selbstbestimmung und die Suche nach einem Ventil
PD Dr. Elisabeth Hildt, Privatdozentin am Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen und Wiss. Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Montag, 7. Juni 2010:
Enhancement und Verteilungsgerechtigkeit im Gesundheitswesen
PD Dr. Christian Lenk, Assistant Professor, Abt. Ethik und Geschichte der Medizin, FB Humanmedizin, Georg-August Universität Göttingen
Montag, 21. Juni 2010:
Die Methoden der Doper und der Dopingjäger im modernen Sportzirkus: Über Märchen, Hasen, Igel und verdammt viel Geld
Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, Professor für Sportmedizin, Institut für Sportwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Montag, 28. Juni 2010:
"Mehr oder weniger menschlich" - Für einen aufgeklärten Posthumanismus
PD Dr. Stefan Herbrechter, Reader in Cultural Theory, Coventry School of Art and Design, Coventry University, UK
Montag, 5. Juli 2010:
"Vom Zwangsdoping zum chemischen Systemzwang im Elitesport?"
Prof. Ines Geipel, Professorin für Deutsche Verssprache, Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Berlin - ehem. Leistungssportlerin - Schriftstellerin
weitere Infos unter http://www.studgen.uni-mainz.de