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17. Mainzer Wissenschaftsmarkt

MENSCH UND KOMMUNIKATION - VON DER KEILSCHRIFT ZUM HACKATHON

Der spannende Weg der Medienrevolution

(Mainz, 24.08.2018-BL) – Was wissen wir über Keilschrift & Co. oder über 3D-Bilder in der Antike? Sagt uns der Handschriftencensus etwas? Was war die Grundlage für die Massenkommunikation? Und was genau bezeichnet das Zeitalter der Digitalisierung? Sind wir in den Bereichen Augmented und Virtual Reality, künstliche Intelligenz, Robotik und interaktive Medien auf dem neuesten Stand? Was ist ein Hackathon und wie bündelt man digitale Kompetenzen? Was verbirgt sich hinter LCD und OLED? Oder hinter Spin für schnellere Netze? Haben wir uns schon mal Gedanken über Multi-, Inter- und Transkulturalität gemacht? 

Alles das ist Kommunikation. Sie war schon immer vielfältig und komplex. Und nun ist sie auch noch digital. Daraus ergibt sich ein riesengroßes Forschungsfeld, das am 8. und 9. September 2018 zum Themenjahr „Mensch und Kommunikation“ die Besucherinnen und Besucher des 17. Mainzer Wissenschaftsmarktes auf dem Gutenbergplatz im Herzen der Landeshauptstadt

erwartet. Mit viel Engagement und Ideenreichtum haben rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der 22 Mitgliedsinstitutionen und Kooperationspartner der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. 42 spannende Projektpakete gepackt und auf 800 Quadratmetern Fläche aufgebaut. Sie freuen sich darauf, Jungen und Alten, Laien und Experten auf leicht verständliche Art und Weise ihre Herzensprojekte vorzuführen und sie zum Mitmachen, Mit(er)leben und Mitreden einzuladen.  

„Das Themenjahr 2018 ‚Mensch und Kommunikation‘ steht im engem Zusammenhang mit dem Mainzer Gutenbergjahr 2018 - und verbindet so den Blick in die regionale wie überregionale Geschichte mit der Erforschung und Weiterentwicklung der Kommunikation von morgen,“ erklärt der Vorstandsvorsitzende der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Hochschulpräsident, Professor Dr. Gerhard Muth. „An der Universität und an den Hochschulen wird zur Weiterentwicklung und zur Anwendung moderner Medien sowie zur Medienrezeption geforscht und gelehrt. Wissenschaftlichen Museen, Forschungsinstitute und Unternehmen entwickeln innovative Kommunikations- und Vermittlungsformate und erproben den Einsatz neuer Medien. Eindrucksvoll zeigen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Projekten auf dem Wissenschaftsmarkt mit dem Jahresthema wiederum einen weiteren für unsere Gesellschaft bedeutsamen Schwerpunkt der Mainzer Wissenschaft und Forschung“, freut sich Muth.

17. Wissenschaftsmarkt im Detail

KRISTALISATIONSFIGUR JOHANNES GUTENBERG
Im Zeitraffer durch die Mediengeschichte
Stimmen, Stationen und Inspirationen

Wie in vergangenen Kulturen mit Bild- und Körpersprache kommuniziert wurde, vermittelt das Graduiertenkolleg (GRK) 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Institut für Altertumswissenschaften der JGU gibt Einblicke in frühe Informationstechnologien. „3D-Bilder auf antikem Tafelgeschirr“ titelt ein Projekt der Hochschule Mainz und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM), das sich auf die Suche nach der Sprache der Dinge macht. Auch das Landesmuseum Mainz zeigt anhand von Restaurierungen der großen Mainzer Jupitersäule und der sogenannten Stadioner-Säule die Möglichkeiten der Kommunikation auf. „Gab es auch vor Gutenberg schon Bücher?“ fragt die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und erzählt von der Erfassung und Beschreibung von mittelalterlichen Handschriften und neuzeitlichen Aktendeckeln für den Handschriftencensus.

Mitte des 15. Jahrhunderts druckte Johannes Gutenberg seine legendäre Bibel mit beweglichen, wiederverwendbaren Lettern und legte die Basis auch zu unserer heutigen Kommunikationsgesellschaft. Da darf das Gutenberg-Museum, seit Jahresbeginn offizielles Mitglied der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, auf diesem „besonderen“ Wissenschafts-markt natürlich nicht fehlen. "Wir geben einen Vorgeschmack auf unsere bevorstehende Sonderausstellung zum Gutenberg-Jahr, die Bedeutung, Entwicklung und Auswirkungen des frühen Drucks in Europa und Asien eindrucksvoll in direktem Vergleich präsentieren wird. Wer möchte, kann bei uns auch selbst einmal `Druck machen´ und sich seinen Gutenberg mit nach Hause nehmen", freut sich Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums. Selbstverständlich ist auch die Mainzer Buchwissenschaft der JGU mit von der Partie, die den großen Bogen schlägt von der Antike über Gutenberg bis zur Zeit der Digitalisierung – mit Impulsvorträgen, interaktiven Aktionen sowie der Uraufführung der Jazz-Suite „Aus dem Leben eines Heidelberger Tiegels“ durch das Marko-Mebus-Quartett. „Eine Ausstellungs-eröffnung hat mich mit dem Jazzer Marko Mebus zusammengebracht und die Idee entstand, eine Hommage an die vergessenen Helden der bedeutendsten Medienrevolution, die Druckmaschinen, aufzuführen", erzählt Albert Ernst, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mainzer Buchwissenschaft und Projektverantwortlicher.

Natürlich ist auch für Michael Ebling, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, der Zusammenklang von Themenjahr und Mainzer Gutenbergjahr ein wichtiger Aspekt. „Wir feiern in diesem Jahr den 550. Todestag Johannes Gutenbergs, des wichtigsten Sohnes unserer Stadt, dessen Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zu einer der großen Medienrevolutionen der Geschichte und in der Folge zu wesentlichen Veränderungen im Kommunikationsverhalten des Menschen geführt hat. Heute erleben wir mit der Durchdringung unserer Kommunikation mit digitalen Medien einen vergleichbaren Umbruch. Mainz ist eine Stadt der Medien – das wird auch heute hier beim Wissenschaftsmarkt einmal mehr deutlich. All diese wunderbaren Projekte spannen den Bogen von den Anfängen der Informationstechnologie über den ‚Mann des Jahrtausends‘ Gutenberg bis heute, der Zeit der Digitalisierung mit all seinen Facetten!“, zeigt sich Ebling begeistert.

Wo digitale Medien heute überall zum Einsatz kommen, zeigen viele spannende Projekte. Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) und das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) zeigen anhand des Projektes „LOD – Wie Wis-sen vernetzt wird“, was es braucht, um im Netz zwischen Daten Verbindungen herzustellen und welche Erkenntnisse dadurch gewonnen werden können. Zudem stellen mainzed, die Universitätsbibliothek der JGU und die Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz (ADW) den Kultur-Hackathon Coding da Vinci vor, der 2018 erstmals in der Rhein-Main-Region stattfindet. „Coding da Vinci Rhein-Main hat das Ziel, Daten aus dem Kulturbereich neues Leben einzuhauchen, indem man etwas Neues daraus macht. Das funktioniert sehr gut, weil Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen wie etwa Programmierung, Design und verschiedensten Wissenschaften in kleinen Teams eng mit Kultureinrichtungen zusammenarbeiten", erläutert Dr. Elisabeth Klein, Universitätsbibliothek Mainz.

Um die Grundlagen, die die moderne Kommunikation erst möglich machen, geht es unter anderem bei Projekten der JGU wie dem von NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler und dem Fachbereich Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, die LCD-Displays und Displays aus OLED unter die Lupe nehmen. Der Sonderforschungsbereich Spin+X der JGU und der TU Kaiserslautern zeigen, dass Magnetismus und Spin auch bei der Datenspeicherung eine Rolle spielen und in Zukunft noch ganz anders eingesetzt werden könnten. Am Stand des Exzellenzclusters PRISMA der JGU erfahren Besucherinnen und Besucher auch, wie am CERN in Genf neben der Entdeckung des Higgs-Teilchens auch das Internet entwickelt wurde. Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU und stellvertretender Vorsitzender der Mainzer Wissenschaftsallianz, zeigt sich sehr erfreut: „Ich bin immer wieder beeindruckt von der Bereitschaft so vieler Forscherinnen und Forscher, die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen und sie für die Wissenschaft zu begeistern. Daher geht mein herzliches Dankeschön und das des Vorstands der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ an alle Beteiligten!“

Weitere wichtige Schlagworte zum weiten Feld der Kommunikation sind Robotik und künstliche Intelligenz (KI). Die TH Bingen widmet an ihrem Stand der Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Z Quadrat zeigt anhand von in der Forschung zum Testen von KI eingesetzten Computerspielen, welches Wissen ein Computer besitzen muss. Augmented und Virtual Realtity haben ebenfalls ihren Platz gefunden. Am Stand des Instituts Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz beispielsweise kann unter „Hidden Zoo - Augmented Reality Tiere in Mainz“ ein virtueller Zoo ganz real erkundet werden, und das Institut für Informatik der JGU zeigt ein virtuelles Modell des Gutenberg-Campus, das mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen einen Rundgang über den Campus erlaubt. Wissenschaft mit Videos, Podcasts oder interaktiven Medien verständlich zu erklären, ist längst Alltag. Das Zentrum für Audiovisuelle Produktion (ZAP) der JGU zeigt, wie Legetrickfilme funktionieren und lädt die Besucherinnen und Besucher zum Legetrick-Karaoke ein.

Mit Sprache als Medium der Vermittlung von Kultur und Identität beschäftigt sich der Fachbereich Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften der Katholischen Hochschule Mainz. Die Universitätsmedizin Mainz bringt Projekte zur Erforschung von Resilienz und zur Sprache des Körpers sowie zur Medizingeschichte mit ein. Daran beteiligt sind das Deutsches Resilienz Zentrum, das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz und das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik. Zeit und Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu netzwerken – und das bei „coolen“ Getränken, kommunikationsstark ausgeschenkt von unserem Kooperationspartner "Vogelfrei.Barkultur", bietet zudem das Zelt „place to be“.

„Die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ ermöglicht erneut einen faszinierenden Einblick in das große Leistungsspektrum der Mainzer Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Den Forscherinnen und Forschern gelingt es Jahr für Jahr, die Türen der Wissenschaft weit zu öffnen, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, ob jung oder alt, zum Mitmachen einzuladen und das Wissenschaftsverständnis und –interesse, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen zu fördern“, betont Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Das Angebot an Projektideen geht quer durch die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und bietet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in das große Spektrum der Forschungsaktivitäten am Standort Mainz. Das diesjährige Thema ‚Mensch und Kommunikation‘ gibt zum Beispiel spannende Einblicke in Bild- und Körpersprache, lädt zur Suche nach der Sprache der Dinge ein oder gewährt Einblicke in frühe Informationstechnologien.“

ERÖFFNUNG, ZAHLEN UND FAKTEN

Datenblatt 17. Wissenschaftsmarkt 

Der 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt wird am Samstag, 8. September 2018, um 10 Uhr, auf dem Balkon des Staatstheaters eröffnet. Es sprechen Staatssekretär Professor Dr. Salvatore Barbaro (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz), der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTS-ALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Die Eröffnungsfanfare gestalten auch in diesem Jahr Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz.
Vertreter der Presse sind zu dieser Eröffnung herzlich willkommen.

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2018:
Samstag, 8. September 2018, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 9. September 2018, 11 bis 18 Uhr
Eröffnung, Samstag, 8. September 2018, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Allgemeine Informationen und zu den einzelnen Projekten sowie Bildmaterial zum Wissenschaftsmarkt 2018 finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.wissenschaftsallianz-mainz.de/wissenschaftsmarkt/2018/.

Kontakt:
Birgitta Loehr, Leitung Geschäftsstelle MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V.
Telefon 06131 / 628-7016
Email birgitta.loehr(at)wissenschaftsallianz-mainz.de

Der Wissenschaftsmarkt ist eine Veranstaltung, die sich rein aus Sponsoren- und Mitgliederleistungen finanziert. Wir danken ganz herzlich unseren Mitgliedern, Sponsoren und Kooperationspartnern:

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, BASF, BioNTech AG, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, ChemieVerbände Rheinland-Pfalz, Deutsche Bundesbank in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Fraport, Fraunhofer IMM, Gutenberg-Museum Mainz, Hevert Arzneimittel, Helmholtz-Institut Mainz, Hochschule Mainz, Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V., Institut für Molekulare Biologie gGmbH, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Katholische Hochschule Mainz, Landeshauptstadt Mainz, Landesmuseum Mainz - Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, LUUPS – science-slam.com, MAINZER Stadtwerke, Mainzer Volksbank, Mainzer Zentrum für Digitalität in der Geistes- und Kulturwissenschaft (mainzed), Max-Planck-Institute Mainz (Chemie und Polymerforschung), Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes RLP / Arbeitsgemeinschaft Bestandserhaltung RLP, Naturhistorisches Museum Mainz - Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz (nhm), RGZM Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Staatstheater Mainz, StarSEQ, Technische Hochschule Bingen, TRON - Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Z Quadrat GmbH.

Medienpartner sind die Allgemeine Zeitung und Kruschel / Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co.KG.

Die Themenjahre der Mainzer Wissenschaftsallianz

Die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ hat gemeinsam mit der Landeshauptstadt Mainz seit 2015 Themenjahre ausgerufen, zu deren Beteiligung sie wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen, Unternehmen, Vereine, Schulen, Bildungseinrichtungen, Medien sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen hat.

Die Themenjahre tragen dazu bei, die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft und Forschung regional und überregional zu stärken. Sie verbessern das Verständnis für Wissenschaft und Forschung und sie fördern die Vernetzung und den Dialog der Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen mit der Wissenschaft der Region Mainz. Mit den einzelnen Jahresthemen stehen besondere Stärken der Kompetenz am Standort Mainz und Umgebung im Mittelpunkt gemeinsamer Aktivitäten. Die Themenjahre werden unterstützt vom Land Rheinland -Pfalz.

Unter dem Motto „Wissen im Herzen“ bewerben die Landeshauptstadt Mainz und die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ Events sowie Fakten- und Themenvideos - natürlich alle aus dem Bereich der Wissenschaft und alle "made in Mainz"!
www.mainz.de/wissenimherzen

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