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Haben Radikalenfänger einen positiven Effekt auf durch Lärm verursachte Gefäßfunktionsstörungen?

Mainzer Wissenschaftsstiftung fördert Lärm-Forschungsprojekt des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz

(Mainz, 11. April 2017, ok) In einer im Februar im European Heart Journal veröffentlichten Studie konnte eine Arbeitsgruppe um Professor Münzel die Mechanismen entschlüsseln, die für Gefäßschaden infolge von Fluglärm verantwortlich sind. Auf Basis dieser Erkenntnis soll nun untersucht werden, ob Radikalenfänger wie Vitamin C oder E diese Gefäßfunktionsstörungen positiv beeinflussen können. Die Mainzer Wissenschaftsstiftung fördert dieses Projekt mit 10.000 Euro.

Nach eher konservativen Schätzungen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) gehen lärmbedingt jährlich 61.000 gesunde Jahre aufgrund von Herzdurchblutungsstörungen, 45.000 gesunde Jahre aufgrund von kognitiven Beeinträchtigungen von Kindern, 903.000 gesunde Jahre aufgrund von Schlafstörungen, 22.000 gesunde Jahre aufgrund von Tinnitus (Hörgeräusche) und 654.000 gesunde Lebensjahre aufgrund von Ärgerreaktion (Annoyance) verloren. Anders ausgedrückt: eine Million gesunde Lebensjahre gehen pro Jahr in Westeuropa aufgrund von Lärm verloren.

Mittlerweile ist es der Arbeitsgruppe um Professor Münzel gelungen, ein Tiermodell zu entwickeln, um die Auswirkungen von Lärm auf die Gefäßfunktion zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden im Februar 2017 im European Heart Journal publiziert. Im Vordergrund des Gefäßschadens, ausgelöst durch Fluglärm, stand eine ausgeprägte Bildung freier Radikale.

Mit dem neu geplanten Projekt gilt es nun zu untersuchen, ob sich eine durch Lärm hervorgerufene Gefäßfunktionsstörung durch die gleichzeitige Gabe von Radikalenfängern wie Vitamin C beziehungsweise E positiv beeinflussen lässt. Das Projekt ist auf einen Zeitrahmen von einem Jahr festgelegt.

„Ich freue mich über die Unterstützung durch die neu gegründete Mainzer Wissenschaftsstiftung. Hiermit wird ein Projekt unterstützt, das den Fokus auf einen neuen, wichtigen Herzkreislauf-Risikofaktor legt, nämlich den Lärm“, kommentiert Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie, und Leiter der Arbeitsgruppe Lärmforschung.

Alexander Steinhoff, Stifter und Vorstandsvorsitzender ergänzt: „Das ist nun das zweite Förderprojekt unserer Stiftung. Das vorgestellte Projekt ist hochattraktiv und vielversprechend und verdient dementsprechend die Förderung durch unsere Stiftung. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns in Zukunft mehr um neue Risikofaktoren wie Lärm und Umweltverschmutzung und deren Bedeutung für Herzerkrankungen kümmern müssen.“

Bei Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel
Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I
Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131/17-7250, E-Mail: <link>tmuenzel@uni-mainz.de

Pressekontakt
Oliver Kreft, Unternehmenskommunikation Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail: <link> pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter <link http: www.unimedizin-mainz.de>www.unimedizin-mainz.de

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