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Nachhaltiges Wissen für die Unternehmen der Region

Die Biogene Werkstatt® der TH Bingen hat für ein Anwenderzentrum 300.000 Euro bewilligt bekommen. Die ersten Seminare für Unternehmen starten im April.

Die Biogene Werkstatt® ist das Labor für nachwachsende Rohstoffe der Technischen Hochschule (TH) Bingen. Dort startet nun das „Anwenderzentrum Biogene Werkstoffe“. Das Team bietet in Zukunft Seminare, Workshops und Vorführungen zum Thema biogene Werkstoffe an. Für Unternehmen der Region soll damit ein Angebot geschaffen werden, um sich auszutauschen und weiterzubilden. Das vermittelte Wissen soll dann als Basis zur Entwicklung von Ideen dienen, die letztlich zu der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren in den Unternehmen führt. Angesprochen werden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen der Region.

Für Prof. Dr. Klaus Becker, Präsident der TH Bingen, zielt die Förderung genau in die richtige Richtung: „Uns ist es sehr wichtig, dass wir für die Region nicht nur die begehrten Fachkräfte ausbilden. Wir wollen auch den Wissenstransfer in der Region stärken. Und das gilt natürlich in beide Richtungen – unser Wissen für die Unternehmen und deren praktische Erfahrung für die Hochschule.“ Gefördert wird die Initiative vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Wissenschaftsministerium Rheinland-Pfalz. Diese stellen dem Anwenderzentrum 300.000 Euro für die kommenden drei Jahre zur Verfügung. Die Mittel bedürfen einer Kofinanzierung durch industrielle oder institutionelle Partner. Derzeitige Kooperationspartner des Anwenderzentrums sind die Firmen Netzsch Gerätebau und Wickert Maschinenbau.

Prof. Dr. Oliver Türk leitet die Biogene Werkstatt® und betont den nachhaltigen Ansatz der Forschung: „In der Biogenen Werkstatt haben wir ein ganzheitliches Verständnis der Materialien. Das heißt, wir fragen uns, wo kommen die Rohstoffe vor, wie werden sie hergestellt? Was haben sie für Strukturen und Eigenschaften? Das und noch viele weitere Aspekte spielen eine Rolle, wenn man die Ökologie und die Ökonomie eines nachwachsenden Rohstoffs bewerten will.“ Zum Einsatz kommen im Anwenderzentrum vor allem Materialien aus der Welt der sogenannten biogenen Kunststoffe. Das sind solche, die auf nachwachsenden Rohstoffen beruhen. Bio-Verbundwerkstoffe bestehen aus einer Matrix, zum Beispiel auf Leinölbasis, sowie verstärkenden Fasern wie zum Beispiel Hanf. Zusammen ergeben sie sehr robuste und gleichzeitig nachhaltige Werkstoffe, die wie erdölbasierte Kunststoffe eingesetzt werden können. Das erste Seminar auf dem Campus in Bingen-Büdesheim widmet sich am 11. April den „biobasierten Thermoplasten“. Das sind Kunststoffe, die sich unter Wärmeeinfluss verformen lassen und in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz kommen. Falls Ihr Unternehmen Interesse an einer Kooperation oder der Teilnahme an den Veranstaltungen des Anwenderzentrums hat, wenden Sie sich an Prof. Dr. Oliver Türk: tuerk(at)th-bingen.de

Weitere Informationen unter:
www.th-bingen.de/biogene-werkstatt

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