Zahlreiche Besucherinnen und Besucher entdeckten am vergangenen Wochenende beim 24. Mainzer Wissenschaftsmarkt (WIMA) Forschung aus Mainz und der Region. Am Samstag und Sonntag verwandelte sich der Platz der Mainzer Republik unter dem Motto „Mensch und Regionen“ in eine große Forschungs- und Erlebnislandschaft. Hochschulen, wissenschaftliche Institutionen und Unternehmen präsentierten ihre Arbeit an 45 Ständen und luden zum Experimentieren, Ausprobieren und zum Austausch mit Forschenden ein. Das Themenspektrum reichte von Teilchenforschung am Südpol und Künstlicher Intelligenz über antike Schifffahrt und immersives Sounddesign bis hin zu Medizin, Gesundheitsforschung und Life Sciences.
WIMA für Schulen: Wissenschaft zum Anfassen
Bereits am Freitag fand zum zweiten Mal der „WIMA für Schulen“ statt, der im vergangenen Jahr seine Premiere feierte. Knapp 50 Klassen hatten sich aus über 40 Workshop- und Bühnenangeboten ihr Programm für den Schulvormittag zusammengestellt. Bei „Wie viel Chirurg:in steckt in mir?“ (Universitätsmedizin Mainz) oder „Wie kommt die Nanokapsel im Körper ans Ziel? Ein Rollenspiel“ (Max-Planck-Institut für Polymerforschung) konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Sie experimentierten außerhalb des Klassenzimmers, lernten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen und erhielten so Einblicke in unterschiedliche Forschungsfelder und Zukunftsberufe.
Prof. Dr. Michael Maskos (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ) freute sich sehr, „dass der WIMA für Schulen auch im zweiten Jahr so gut angenommen wurde. Das große Interesse zeigt uns, wie wichtig Angebote sind, bei denen junge Menschen Wissenschaft unmittelbar erleben, selbst ausprobieren und mit Forschenden ins Gespräch kommen können.“
Regionale Schätze zum Auftakt des Publikumwochenendes
Am Samstagvormittag wurde der Wissenschaftsmarkt dann durch Michael Maskos offiziell für die Öffentlichkeit eröffnet. Als kleines Präsent erhielten die Besucherinnen und Besucher ein Gläschen regionalen Bienenhonigs aus Ingelheim. Den Auftakt bildete das Eröffnungsgespräch „Regionale Schätze – Was uns verbindet“, bei dem Wissenschaftsminister Clemens Hoch, Oberbürgermeister Nino Haase und Prof. Dr. Alexandra W. Busch (Generaldirektorin des Leibniz-Zentrums für Archäologie LEIZA), ihre persönlichen regionalen Schätze mitbrachten: das Schwert des Tiberius, die Kopie eines
römischen Kurzschwertes, das in der Nähe des Winterhafens gefunden wurde; eine Bibelseite, welche symbolisch für den Mainzer Erfindergeist steht; ein Mühlstein aus Mendig aus der Heimat von Clemens Hoch. Moderiert von Julia Schneider (Hochschule Mainz) diskutierten die Gäste darüber, was Heimat und regionale Identität ausmacht und welche Rolle Wissenschaft und Innovation für die Zukunft von Mainz und Rheinland-Pfalz spielen.
Dabei „entstehen Regionen nicht allein durch Grenzen auf einer Landkarte, sondern durch die Menschen, die in ihnen leben, arbeiten, forschen und Neues schaffen", so der Oberbürgermeister Nino Haase. Der Wissenschaftsmarkt mache dieses starke Miteinander von Wissenschaft, Stadt und Region sichtbar.
Wissenschaftsminister Clemens Hoch betonte die Bedeutung von Forschung für die Entwicklung der Region: „Wissenschaft ist ein zentraler Treiber für regionale Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Mainzer Wissenschaftsmarkt zeigt, wie Wissenschaftskommunikation Brücken zwischen Regionen, Forschung und Öffentlichkeit schlägt und Wissenschaft unmittelbar erlebbar macht.“
Prof. Dr. Alexandra W. Busch hob das Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hervor, denn „Menschen verbindet mehr als ihre gelebte regionale Kultur: Gemeinsame Blicke auf die Vergangenheit helfen dabei, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten. Der Wissenschaftsmarkt macht – neben hochaktueller Forschung – auch die historischen Entwicklungen der Region sichtbar und eröffnet den Raum, auch daraus neue gemeinsame Zukunftsvisionen zu entwickeln."
Im Anschluss gingen die Gäste gemeinsam durch die Zelte. Das Landesmuseum Mainz präsentierte in seinem gemeinschaftlichen Projekt mit dem i3mainz der Hochschule Mainz „Altes Glas trifft moderne Technik“ einen seltenen frühmittelalterlichen Rüsselbecher, der mithilfe von 3D-Scanner und Photogrammetrie digital erfasst und als haptisches 3D-Modell gedruckt wurde. Das i3mainz ließ außerdem die Gäste durchs virtuelle Mainz spazieren, um in Verbindung mit künstlicher Intelligenz das subjektive Wohlbefinden im urbanen Raum direkt mit objektiven Umweltdaten zu verknüpfen. Beim Department für Prävention und psychosoziale Medizin, einem der Stände der Universitätsmedizin Mainz, konnte jeder sensorisch testen, wie sich das Körperempfinden verändert, wenn das Gehirn „getäuscht“
wird. Beim Institut für Physik der Atmosphäre der JGU ging es darum, die Rolle von CO₂ als Treibhausgas und seine Auswirkungen auf Klima und Regionen zu veranschaulichen. Auf einer Aktionsfläche mitten auf dem Platz traten autonome fußballspielende Roboter der Institute für Mathematik und Informatik der JGU gegeneinander an. Auch TRON mit dem Zukunftscluster curATime und das Life Science Zentrum Mainz, welche erstmalig als Aussteller dabei waren, gehörten zu den weiteren Stationen der Gäste.
Ein erfolgreiches Wochenende
Bei strahlendem Sonnenschein am Samstag und trotz wiederkehrender Regenschauer am Sonntag war der Wissenschaftsmarkt an beiden Tagen sehr gut besucht. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die vielfältigen Angebote an den Ständen zu entdecken und mit Forschenden ins Gespräch zu kommen. Veranstaltet wurde der Mainzer Wissenschaftsmarkt von der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. in Kooperation mit der Landeshauptstadt Mainz im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Wissen im Herzen“.
Die Veranstaltung wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Partnern und Sponsoren:
Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, Applied Microspheres GmbH, BASF SE, biomindz Standortentwicklungsgesellschaft Mainz mbH, Bioscientia Healthcare GmbH, Boehringer Ingelheim, Deutsche Bundesbank Hauptverwaltung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, EMPOWER Verbundprojekt, Fraport, Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM, GDKE ─ Landesmuseum Mainz, Gutenberg-Museum Mainz, HelmholtzInstitut für Translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz, Helmholtz-Institut Mainz, Hochschule Mainz, Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V. (IGL), IMB Institut für Molekulare Biologie gGmbH, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Katholische Hochschule Mainz, Kunsthalle Mainz, Landeshauptstadt Mainz, Landtag Rheinland-Pfalz, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) gGmbH, Leibniz-Zentrum für Archäologie LEIZA, Life Science Zentrum Mainz GmbH, Lilly Deutschland GmbH, Max-Planck-Institut für Chemie, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit RheinlandPfalz, Naturhistorisches Museum Mainz (nhm), Technische Hochschule Bingen, TRON gGmbH, Sonderforschungsbereich TRR 301 - Die Tropopausenregion in einer Atmosphäre im Wandel, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Volksbank Darmstadt Mainz eG.
Mit freundlicher Unterstützung durch: HLVS Verkehrssicherungsservice GmbH, Mainzer Breitband GmbH, Restaurant Esszimmer Landtag / Essen für uns GmbH
Medienpartner: VRM Holding GmbH & Co. KG, Allgemeine Zeitung und Kruschel Kinderzeitung.